Auch beim Online-Verhalten sind die Engländer weniger auf PC-Shooter wie Counter-Strike oder Strategie-Werke a la Warcraft 3 fixiert, sondern schlagen sich auf der Konsole im Multiplayer die Nächte um die Ohren. Ihnen geht es nicht nur um Sieg oder Niederlage. Sie möchten schneller, ausgefeilter und vor allem cooler ans Ziel kommen.
So ist es kein Wunder, dass britische Entwickler wie Bizzare Creations und Criterion das Style-Gaming praktisch erfunden haben. Ob wie bei Burnout mit wilden Crashs und ausgefallenen Punktekombinationen oder in Project Gotham Racing mit gepflegten Drifteinlagen und perfekten überholmanövern - stets steht mehr als die Ziellinie im Mittelpunkt.
Als dann vor 2 Jahren Criterion überraschenderweise einen Shooter ankündigte, erwartetet jeder ein Burnout mit Waffen. Doch die Entwickler setzten bei Black nicht auf Punktejagd und Kombinations-Wirrwar, sondern auf Atmosphäre und einfaches Gunplay. Lustigerweise bescheren die Kollegen von Bizzare Creations nun den ersten richtigen Burnout-Shooter: The Club.
Hier wird das alte Thema eines mondänen Fight-Clubs der Superreichen aufgegriffen und mit verschiedenen Spielelementen des berühmten Arcade-Racers angereichert. Die Protagonisten von The Club müssen nur schnellstmöglich eine Kriegszone durchbrechen, für Story-Ballast ist kein Platz. Punkte gibt es wie bei der Rennspiel-Vorlage für Schnelligkeit, Effizienz und schick anzuschauende Kills.
Die Steuerung des ungewöhnlichen Arcade-Shooters erfolgt aus der Third-Person-Perspektive. Auf Knopfdruck wird die Waffe angelegt, eine Granate geworfen, ein neuer Schießprügel ausgewählt oder gerannt. Mehr ist spielerisch nicht zu beachten. Um einen gewissen Anreiz zu liefern, locken Bonuspunkte, wenn der ausgewählte Charakter schnell genug einen Bösewicht nach dem anderen umlegt.
Die Spielwiese dieses Action-Spektakels ist in acht Zonen aufgeteilt, die wie bei Rennstrecken in verschiedene Parcours münden. Bizarre Creations bleibt dabei überraschend nah am klassischen Rennspiel-Design. Einige Kurse sind mehr gradlinig und schnell abgehackt, während andere mit vielen versteckten Gängen und engen Abschnitte aufwarten. Die einzelnen Shooter-Areale haben jeweils ein eigenes Thema verpasst bekommen. Dabei wird kein Stereotyp ausgelassen. Ob Stahlfabrik, Hochseedampfer oder Venedig, genau wie bei den Charakteren wird jedes Cliche mit Liebe bedient. Damit das Ganze nicht zu sehr in den Shooter-Kitsch abrutscht, wurde als Art-Director Gears of War-Grafiker John Wallin engagiert, der dem bunten Treiben einen schicken Look verpasste.
Wie schon erwähnt, gibt es jede Menge Abziehbild-Charaktere, mit denen man sich so gar nicht identifizieren kann. Logischerweise besitzt jeder davon eine eigene Agenda, die er im Rahmen des Wettbewerbs erfüllen möchte. Während der ?gute? Cop Renwick darauf aus ist, das illegale Treiben zu zerschlagen, geht es dem ?bösen? Russen vor allem um Geld und dem ?brutalen? Indianer schlicht um reine Mordlust. Viel Hirn ist hier genauso wenig gefragt, wie eine dicke Portion Einfallsreichtum. Um die Rennspiel-Analogie zu halten, besitzt jeder Charakter festgelegte Werte in den Bereichen Schnelligkeit, Lebensenergie und Nachladezeiten. Daraus geben sich verschiedene Charakteristiken bei der Bewältigung des Schießparcours. Die Wahrscheinlichkeit das ?harte? Charaktere mit viel Lebensenergie das Ziel erreichen, ist natürlich höher als bei den schnellen Sprintern. Im Gegenzug erreicht man mit den Fleischbergen wohl kaum eine neue Bestzeit, doch mit einer dicken Killrate eine ähnlich hohe Punktzahl. Das breit gefächerte Arbeitswerkzeug ? Schrotflinten, Maschinengewehre, Raktenwerfer und Pistolen ? kann übrigens jeder benutzen, nur zu Beginn ist jede Spielfigur mit einer Lieblingswaffe ausgerüstet. Den Rest muss man sich erspielen oder aber den Gegnern abnehmen.








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